In einem vom Landgericht Dortmund entschiedenen Fall (Urteil vom 04.07.2012, Az: 2 O 452/11) unterhielt der dortige Kläger bei der beklagten Versicherung einen Versicherungsvertrag “Rund ums Haus“. Bestandteil des Vertrages war der Baustein “Elementar“. Diesem Vertrag lagen die besonderen Bedingungen für die Versicherung weiterer Elementarschäden in Wohngebäudeversicherung BEW zugrunde. Versichertes Objekt war ein 2-Familienhaus des Klägers. Während des Jahreswechsels 2010 häufte sich eine große Menge Schnee auf der Ostseite des Hauses und dem dortigen Dachbereich sowie dem Freisitz eines Anbaus. Am Neujahrstag 2011 stellte der Kläger fest, dass es im Schlafzimmer, welches sich im Anbau befand, zu Wassereinbrüchen kam. Hierbei trat Wasser aus der mit Holzpaneelen verkleideten Decke aus. Der Kläger begehrte von der beklagten Versicherung Schadensersatz für die in Folge des Wasserschadens eingetretenen Schäden. Die beklagte Versicherung lehnte eine Regulierung ab. Der Kläger vertrat die Auffassung, bei dem Feuchtigkeitseintritt über dem Dach handele es sich um eine “Überschwemmung“ im Sinne der Versicherungsbedingungen.

Das Landgericht Dortmund entschied, dass eine Überschwemmung im Sinne der Versicherungsbedingungen (BEW) nicht vorlag. Hierin war folgendes geregelt: “Überschwemmung ist eine Überflutung des Grund und Bodens, auf dem das versicherte Gebäude steht durch Witterungsniederschläge. Nicht versichert sind ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen, Schäden durch Sturmflut, Grundwasser“. Das Gericht entschied, dass nach dem allgemeinen Sprachgebrauch und der Verkehrsanschauung eine in den Versicherungsbedingungen nicht näher definierte “Überflutung von Grund und Boden“ dann vorliege, wenn sich erhebliche Wassermengen auf der Geländeoberfläche ansammeln. Erforderlich ist daher die Überschwemmung der normalerweise trockenliegenden Bodenfläche mit Wasser, womit die Anstauung von Wassermassen auf Flachdächern, Terrassen oder Balkonen nicht erfasst wird. Das Gericht entschied, dass Schäden, die durch das Eindringen von “Tauwasser“ über das Dach hervorgerufen wurden nicht von der Versicherung gedeckt sind. Es fehle vorliegend bereits an einer Überflutung, weil es vorliegend nicht zu einer Ansammlung von Wasser auf der Geländeoberfläche kam.

Mitgeteilt von: Rechtsanwältin Michel