2 neuere Entscheidungen des Oberlandesgerichts (OLG) Köln beschäftigen sich mit der Berücksichtigung der Fahrtkosten bei der Unterhaltsberechnung.
So hat das OLG Köln mit Beschluss vom 10.01.2013 entschieden, dass Fahrtkosten des unterhaltspflichtigen Ehegatten von seiner Wohnung zur Arbeitsstätte und zurück bei der Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens für den Ehegattenunterhalt zu berücksichtigen und daher vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Ehegatten abzuziehen sind. Dies gilt auch dann, wenn der unterhaltspflichtige Ehegatte trennungsbedingt umziehen und dadurch einen weiteren Weg zur Arbeit zurücklegen muss als zuvor.
Die Berechnung der Fahrtkosten ergeben sich aus den Unterhaltsleitlinien der einzelnen Oberlandesgerichte. Im OLG-Bezirk Saarbrücken werden pro Kilometer der Hin- und Rückfahrt 0,25 EUR und im OLG-Bezirk Zweibrücken werden die jeweils ersten 30 Kilometer der Hin- und Rückfahrt mit 0,30 EUR und die weiteren Mehrkilometer mit 0,20 EUR berechnet.
Des Weiteren hat das OLG Köln mit Beschluss vom 30.01.2013 entschieden, dass das unterhaltsberechtigte Kind, das sich in der Berufsausbildung befindet, sich seine Ausbildungsvergütung auf den Kindesunterhalt anrechnen lassen muss. Von der Ausbildungsvergütung abzuziehen sind die Pauschale für ausbildungsbedingten Mehrbedarf in Höhe von 90,00 EUR sowie die Fahrtkosten des Kindes zur Ausbildungsstätte und zurück.

mitgeteilt von : Rechtsanwältin Heuser