Eltern haben gegen ihre Kinder einen Unterhaltsanspruch, wenn sie bedürftig sind, d.h. wenn sie ihren Unterhaltsbedarf nicht mehr aus eigenen Mitteln selbst finanzieren können. Bevor die Kinder auf Unterhalt in Anspruch genommen werden können, müssen die unterhaltsbedürftigen Eltern aber zunächst ihr eigenes Einkommen und ihr eigenes Vermögen aufgebraucht haben.

Die Kosten für die Unterbringung in einem Altenheim oder in einer Pflegeeinrichtung, die die betagten Eltern nicht aufbringen können, begründen nur dann einen unterhaltsrechtlichen Bedarf, wenn die Unterbringung der Eltern erforderlich wird, weil sie keinen eigenen Haushalt mehr führen und sich nicht mehr selbst versorgen können. Dabei ist auch zu prüfen, ob die Eltern eine kostengünstige Unterbringung gewählt haben und ob statt eines Heimaufenthaltes nicht auch eine ambulante Pflege möglich gewesen wäre.

Eine Unterhaltsverpflichtung von Schwiegerkindern ihren Schwiegereltern gegenüber gibt es im deutschen Recht nicht. Der Gatte des unterhaltspflichtigen Kindes kann somit sein Einkommen ohne jede Einschränkung verwenden oder auch auf eine Erwerbstätigkeit verzichten.

Da Ehegatten einander verpflichtet sind, durch Arbeit und Vermögen die Familie angemessen zu unterhalten, wirkt sich das Einkommen des Schwiegerkindes, das in den Familienkonsum einfließt, auf den Elternunterhalt dahingehend aus, dass unter Umständen über den Familienunterhalt eine höhere Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Kindes gegeben ist.