In vielen Fällen denken Angehörige eines Verstorbenen, auf sie kämen keine Kosten zu, wenn sie die Erbschaft ausschlagen. Dies geschieht in Unkenntnis der Vorschriften der Bestattungsgesetzte der einzelnen Bundesländer.

§ 26 des Bestattungsgesetzes des Saarlandes trägt die Überschrift „Bestattungspflichtige“.
In Absatz 1 dieses Gesetzes wird ausgeführt, dass die volljährigen Angehörigen des Erblassers in folgender Reihenfolge für die Bestattung zu sorgen haben:

  1. die Ehefrau bzw. der Ehemann
  2. die Partnerin bzw. der Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  3. die Kinder
  4. die Eltern
  5. die Partnerin bzw. der Partner einer auf Dauer angelegten nichtehelichen Lebensgemeinschaft
  6. die Geschwister
  7. die Großeltern
  8. die Enkelkinder

In Absatz 2 heißt es, dass in den Fällen, in denen Bestattungspflichtige im Sinne des Absatz 1 nicht vorhanden sind, nicht zu ermitteln sind oder ihrer Bestattungspflicht nicht nachkommen und dass auch kein anderer die Bestattung veranlasst, die für den Sterbeort zuständige Ortspolizei die Bestattung anzuordnen oder auf Kosten des Bestattungspflichtigen selbst zu veranlassen hat.

 

Wer als volljähriger Angehöriger des Erblassers das Erbe ausschlägt muss somit damit rechnen, dennoch als Bestattungspflichtiger nach § 26 Abs. 1 des Bestattungsgesetztes die Kosten für die Bestattung zahlen zu müssen.

Mitgeteilt von: Rechtsanwältin Heuser